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Pressemitteilung Nr. 23/2020, Jobcenter stellt Projekt „Auszeit für Gesundheit“ vor

Pressegespräch am 3. September 2020

Ausgabejahr 2020
Datum 03.09.2020

„Welche innovativen Wege können wir gehen, um unseren Kunden noch besser zu helfen?“ Diese Frage stellte sich Otto Richter, Geschäftsführer des Jobcenters Waldeck-Frankenberg, vor zwei Jahren. In Kooperation mit den Jobcentern Marburg-Biedenkopf und Schwalm-Eder und dem Kreisverband der Treffpunkte e.V. entstand die Idee, sich am Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“ zu bewerben.
Nach langem Warten konnte das Projekt Ende Mai mit den ersten Teilnehmern starten.

Das Besondere an diesem Angebot ist, dass die Teilnehmer Zeit und Möglichkeiten bekommen, sich intensiv um ihre Gesundheit zu kümmern. Ein interdisziplinäres Team aus Gesundheitslotsen begleitet die Kunden des Jobcenters individuell. Sie erhalten Unterstützung dabei, nicht nur körperlich fit zu werden, sondern können bei Bedarf auch psychosoziale Beratung in Anspruch nehmen. Das Angebot ist freiwillig und kostenlos.

„Der Gesundheitszustand unserer Kunden ist schlechter als in der Durchschnittsbevölkerung, sie nehmen aber seltener Gesundheitsangebote in Anspruch“, berichtet Projektleiter Karl-Heinz Wilke. Es gelte, den Trend zu immer mehr Erwerbsminderungsrenten, Eingliederungs- und Sozialhilfe umzukehren. „Prävention vor Reha ist die Devise. Eine Rentenantragstellung soll nach Möglichkeit verhindert, gesellschaftliche Teilhabe durch Arbeit ermöglicht werden“, so Richter.
Die Aufnahme einer Arbeit sei jedoch erst ab der zweiten Projektphase vorgesehen. „Zuvor gilt es in der ersten Phase, der Intensivphase, die passenden Gesundheitsangebote zu finden und die Gesundheit zu stärken.
In der darauffolgenden Phase, der Stabilisierungsphase, werden die gesundheitlichen Aktivitäten fortgeführt. Die Arbeitssuche wird parallel dazu aber wiederaufgenommen.
In der dritten und letzten Phase finden die Teilnehmer im Idealfall eine passende Arbeitsstelle und werden beim Einleben in den beruflichen Alltag begleitet“, erläutert Wilke. Zielgruppe des Projektes seien Kunden des Jobcenters über 40 Jahre, die dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen haben. „Hier gehen wir von schätzungsweise 40% Betroffener aus“.

Anbei die Pressemitteilung im Original.