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Pressemitteilung Nr. 14/2020, Arbeiten in der Krise

Ausgabejahr 2020
Datum 17.04.2020

„Wenn für viele die Arbeit aufhört, steigt unser Arbeitsvolumen enorm an", berichtet eine der 121 Mitarbeiter/innen des Jobcenters Waldeck-Frankenberg. Systemrelevant ist die Arbeit im Jobcenter, denn es geht um eine finanzielle Grundversorgung vieler Menschen im Landkreis. Die Stimmung unter den Kollegen ist gut. 31 Mitarbeiter arbeiten im Home-Office, die anderen sind in den Dienststellen. Einschränkt ist natürlich der Kontakt zueinander, sodass die Pausen bei geöffneter Bürotür im Türrahmen stattfinden. „So ist der erforderliche Abstand gewährleistet, und das Mittagessen können wir trotzdem gemeinsam genießen".

In den letzten Wochen gibt es einen nennenswerten Anstieg an Neuanträgen. Viele Anrufer sind verunsichert und brauchen eine erste Beratung. „Sie sind dankbar, dass Ihnen geholfen wird und dass sie Fragen stellen können, die Ihnen auch klar beantwortet werden." Nicht alle entscheiden sich danach für eine Antragstellung.

Neben Beratung und Auszahlung von Geldleistungen bemühen sich die Mitarbeiter, die Kunden soweit es geht zu unterstützen und aufzumuntern. Bei einer Großfamilie, die Neukunden beim Jobcenter sind, mangelte es an allem. Kurzerhand haben Mitarbeiter des Jobcenters ihre privaten Kontakte genutzt. Eine Bäckerei und eine Metzgerei haben der Familie daraufhin kostenlos Lebensmittel zur Verfügung gestellt. „Es ist eine außergewöhnliche Situation, die vielen Angst macht. Seit der Pandemie steht das Leben vieler Menschen auf dem Kopf. Und gerade in dieser Zeit wird deutlich, was und wen wir zu unser aller Grundversorgung und -sicherheit brauchen."

Wenn gelbe Klebezettel mit Dankesworten die eingereichten Unterlagen zieren, dann freuen sich die Mitarbeiter des Jobcenters ganz besonders. „Wir freuen uns, wenn unsere Kunden unsere Arbeit zu schätzen wissen." Denn die Arbeit ist momentan besonders umfangreich. Viele Anträge erreichen das Jobcenter nur unvollständig. Es fehlen Angaben zu den einzelnen Mitgliedern der Familie oder wichtige Anlagen, ohne die der Antrag nicht bearbeitet werden kann. Dann sind Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt, um den Antragstellern die Situation zu verdeutlichen.

„Im Gespräch beruhigt man sich gegenseitig, man möchte dem Anderen die Angst nehmen. Ein bisschen ist jetzt jeder gerade ein Psychologe. Am Telefon verabschiedet man sich mit „Bleiben Sie gesund!". Ich finde, zumindest letzteres, das darf auch in Zukunft so bleiben."

Anbei die Pressemitteilung im Original.