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Jahresbilanz des Jobcenters:

„2019 war ein gutes Jahr für unsere Kunden"

Ausgabejahr 2020
Datum 17.02.2020

Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften kam den Kundinnen und Kunden des Jobcenters Oldenburg zugute: Um 188 oder 4,4 Prozent auf 4.046 sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Leistungsempfängerinnen und -empfänger im Jahresdurchschnitt 2019. 1.778 von ihnen waren langzeitarbeitslos, das sind 286 bzw. knapp 14 Prozent weniger als im Schnitt des Vorjahres.

Das Jobcenter hatte mit seiner Beratung und Vermittlung Erfolg: 2.938 Arbeitsverträge schlossen Jobcenter-Kunden im gesamten Jahr 2019 ab, in erster Linie in den Wirtschaftszweigen Arbeitnehmer-Überlassung, Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen, Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Lager, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Baugewerbe. Hinzu kamen 460 Ausbildungsverträge. Obwohl die Zahl der Kundinnen und Kunden niedriger ist als im Vorjahr, ist die Zahl der Verträge um 95 höher.

„Die starke Nachfrage nach Arbeitskräften nützt unseren Kundinnen und Kunden", resümiert Carmen Giss, Geschäftsführerin des Jobcenters Oldenburg. „Fast 70 Prozent sind geringqualifiziert, manch einer hat Brüche im Lebenslauf. Weil Fachkräfte fehlen, sind mehr Arbeitgeber bereit, neue Wege zu gehen und Menschen einzustellen, die noch nicht alle Voraussetzungen mitbringen."

Von der Arbeitskräfte-Nachfrage profitierten auch Frauen und Männer mit Fluchthintergrund: 604 Arbeitsverträge und 86 Ausbildungsverträge wurden 2019 von Geflüchteten geschlossen. „Wir sind sehr erfolgreich darin, Menschen mit Fluchthintergrund in den Arbeitsmarkt zu integrieren", freut sich Giss. „Die Quote der Geflüchteten, die wir integrieren konnten, liegt mit gut 27 Prozent auf dem Niveau der allgemeinen Integrationsquote."

Zugleich bleibt die Förderung und Weiterbildung der Kundinnen und Kunden ein wichtiges Thema für das Jobcenter: Gut 15 Millionen Euro standen dem Jobcenter Oldenburg im Jahr 2019 dafür zur Verfügung, rund ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Gut 3.900 Förderungen wurden davon finanziert, vom Bewerbungstraining über den Staplerschein bis zum sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis nach dem neuen Teilhabechancengesetz, das seit 1. Januar 2019 in Kraft ist.

Ende 2019 wurden 62 Frauen und Männer mit Mitteln des Teilhabechancengesetzes gefördert. Damit werden langzeitarbeitslose Menschen unterstützt, die mehr als zwei Jahre bzw. mehr als sechs Jahre arbeitslos sind. Sie erhalten einen Arbeitsvertrag für die Dauer von zwei bzw. fünf Jahren. Die Jobcenter erstatten dem Arbeitgeber einen Großteil des Arbeitsentgelts für diese Mitarbeiter.

„Wir haben die Fördermittel im Jahr 2019 komplett ausgeschöpft und die Zahl der Förderungen nochmals gesteigert", sagt Giss. Sie führt aus: „Immer mehr Kundinnen und Kunden bekommen ihr Förderangebot bereits bei ihrem ersten Besuch im Jobcenter. Wir haben im vergangenen Jahr unseren Service für Menschen, die erstmals einen Leistungsantrag stellen, neu organisiert. Dazu gehört neben der Leistungsberatung auch ein Gespräch mit der Arbeitsvermittlung. Wenn wir feststellen, dass beispielsweise für eine Arbeitsstelle im Lager der Gabelstaplerschein fehlt, bekommt der Kunde einen Bildungsgutschein und kann umgehend seine Weiterbildung beginnen."

Ein Teil der Kunden, die eine Arbeitsstelle gefunden haben, bezieht weiterhin zusätzlich Leistungen des Jobcenters. Die Geschäftsführerin erläutert: „Wenn bei einer Teilzeit-Beschäftigung das Arbeitsentgelt niedrig ist, besprechen wir mit dem Kunden und dem Arbeitgeber, ob der Beschäftigte mehr Stunden leisten könnte." Bei manchen sei dies aus Gesundheitsgründen nicht möglich. Sie ergänzt: „Die meisten Kundinnen und Kunden haben einen Arbeitsplatz auf Helfer-Niveau. Das Einkommen reicht daher für eine Bedarfsgemeinschaft mit Kindern meistens nicht aus, sodass auch diese Kunden zusätzlich Jobcenter-Leistungen beziehen."


Zahlen und Fakten zum Hintergrund
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Das Jobcenter Oldenburg ist eine gemeinsame Einrichtung von Stadt Oldenburg und Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. Die Aufgabe des Jobcenters ist es, Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II zu gewähren. Hierbei handelt es sich um Sozialleistungen.

Insgesamt unterstützte das Jobcenter Oldenburg im Oktober 20191 mehr als 16.700 Personen mit Leistungen zum Lebensunterhalt und zur Unterkunft. Darunter waren gut 4.600 Kinder unter 15 Jahre sowie knapp 7.700 Personen, die nicht unmittelbar eine Arbeit aufnehmen können, weil sie noch die Schule besuchen, weil sie an einer Weiterbildung oder an einem Sprachkurs teilnehmen oder weil sie Betreuungspflichten in der Familie haben.

Sie lebten in fast 9.000 so genannten Bedarfsgemeinschaften - als Alleinstehende, als Paar mit oder ohne Kinder oder als Alleinerziehende mit Nachwuchs.

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1 Diese Daten liegen jeweils nach einer Wartezeit von drei Monaten vor.