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Azubi aus Syrien bei HMK Kirchner Stahl- und Maschinenbau in Edewecht

„Wenn etwas schwer ist, ist es interessant“

Ausgabejahr 2016
Datum 16.09.2016

Mohamed Barakat übt das Feilen. Zerspanung lernen steht auf dem Programm. Seit sieben Wochen ist der 27-jährige Syrer in der Ausbildung zum Feinwerkmechaniker bei HMK-Kirchner Stahl- und Maschinenbau GmbH in Edewecht. Hier lernt er, Schweißkonstruktionen für die Produktion von Baumaschinen herzustellen. Geschäftsführer Heiko Kirchner hat ihn gern eingestellt: „Mohamed hat im Praktikum überzeugt, mein Meister Heiko Oltmanns sagte: Er ist gut, den brauchen wir. Sein Abiturzeugnis aus Syrien war für mich nicht wichtig. Hauptsache, er überzeugt uns am Arbeitsplatz.“

Den Schritt in den deutschen Ausbildungsmarkt hat Mohamed Barakat mit der Unterstützung seines Vermittlers Stephan Klein-Hennig vom Jobcenter Oldenburg gemacht. Sein Medizinstudium musste er aufgrund der Flucht abbrechen. In Deutschland wollte er es gern weiterführen. Klein-Hennig klärte für ihn die Voraussetzungen. Rasch stand fest, dass die Hürden hoch waren. Er erinnert sich: „Herr Barakat hat andere Berufe gesucht, die für ihn in Frage kamen, und gemeinsam haben wir recherchiert, wie die Voraussetzungen sind, was machbar ist. So haben wir die Ausbildung zum Piloten wegen der Kosten und das Maschinenbau-Studium wegen der Dauer verworfen. Kurz darauf kam er zu mir und sagte: Ich würde gern eine Berufsausbildung machen, am liebsten im Schiffsbau.“

Vom Schiffsbau zu den Baumaschinen-Teilen bei Kirchner Stahl- und Maschinenbau war es dann ein kleiner Schritt – Klein-Hennig zeigte Mohamed Barakat, wie er selbständig mit den Internetportalen Berufenet und Jobbörse nach Berufen und Stellen recherchieren kann, und der junge Mann kam bald darauf mit der Zusage für ein Praktikum ins Jobcenter. Meister Heiko Oltmanns begleitete den Praktikanten. „Er hat sich seinen Ausbildungsplatz verdient. Mohamed hat aktiv nach Arbeit gesucht, wollte immer Neues entdecken“, erinnert sich Oltmanns. „Auch mit den Kollegen klappt es gut, Mohamed kommt mit allen gut zurecht.“

Mohamed Barakat nickt: „Die Kollegen sind nett, alle sind hilfsbereit. Und die Arbeit macht großen Spaß.“ Der Unterricht in der Berufsschule in Rostrup ist für ihn anspruchsvoll: „Die vielen Fachbegriffe – das muss mir Heiko oft erklären. Und Mathe auf Deutsch zu lernen ist wirklich hart!“ Zugleich fühlt er sich davon angesport:“Wenn etwas schwer ist, ist es interessant für mich.“ Er steht jeden Morgen um 5 Uhr auf, damit er um 6 Uhr oder 6.30 Uhr am Arbeitsplatz ist. „In Syrien fängt die Arbeit später an, um 8 Uhr. Aber das macht nichts, alles ist gut.“

Wie sein weiterer Berufsweg in Deutschland nach der dreieinhalb Jahre dauernden Ausbildung aussehen wird? Mohamed Barakat liebäugelt noch mit dem Maschinenbau-Studium. Oder er entscheidet sich für einen anderen Weg - sein Ausbilder Heiko Oltmanns zeigt ihm am eigenen Beispiel, welche Möglichkeiten das deutsche Berufsbildungssystem eröffnet. Mit 26 Jahren ist er ein Jahr jünger als sein neuer Azubi.

Meister Heiko Oltmanns zeigt dem Auszubildenden Mohamed Barakat die Bedienung der Drehbank. Jobcenter-Vermittler Stephan Klein-Hennig freut sich über den guten Einstieg seines ehemaligen Kunden in die Berufsausbildung. Foto: Claudia Zimmermann Meister Heiko Oltmanns zeigt dem Auszubildenden Mohamed Barakat die Bedienung der Drehbank. Jobcenter-Vermittler Stephan Klein-Hennig freut sich über den guten Einstieg seines ehemaligen Kunden in die Berufsausbildung. Foto: Claudia Zimmermann