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Presseinformation - Fachtag Arbeitssuche von Alleinerziehenden

Jobcenter Nürnberg-Stadt und Agentur für Arbeit Nürnberg für den Arbeitskreis Alleinerziehende Nürnberg

Ausgabejahr 2018
Datum 08.06.2018

Fachtag: „Arbeitsplatzsuche von Alleinerziehenden“, am 12.06.2018 ab 08:30 Uhr, im Haus eckstein

  • Was? Fachtag des Arbeitskreises Alleinerziehende in Nürnberg,
  • Wer? für Fachpublikum in der Beratungsarbeit,
  • Wann? Donnerstag, den 12.06.2018, 08:30 – 13:30 Uhr,
  • Wo? Haus eckstein, Evangelische Fachstelle für Alleinerziehende,

Situation Alleinerziehender

Alleinerziehend ist heute eine Familienform mit steigender Tendenz. In Deutschland leben mehr als 1,6 Millionen Alleinerziehende. Weit über 100.000 Paare mit Kindern trennen sich jedes Jahr.  90 % der Alleinerziehenden sind weiblich. 70 % der Alleinerziehenden sind berufstätig, überwiegend in Teilzeit oder Minijobs. Der Arbeitskreis Alleinerziehende (AKAE) Nürnberg beschäftigt sich immer wieder mit der Frage wie Alleinerziehende bestmöglich unterstützt werden können. In Anbetracht von Megatrends wie, demographischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung und drohender Altersarmut von Frauen wurde ein Fachtag anberaumt, der sich mit dem Thema Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche von Alleinerziehenden beschäftigen wird. Fachpublikum und Multiplikatoren der regionalen Beratungsstellen begeben sich auf Ideensuche.

Alleinerziehende stehen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor besonderen Herausforderungen, sie sind mit dem Erziehungsauftrag allein, müssen alle westlichen Entscheidungen allein treffen, haben keine emotionale Unterstützung und berichten von sinkendem Selbstbewusstsein und chronischer Überlastung. Studien belegen, dass Kinder von Alleinerziehenden nicht weniger Zuwendung erfahren als Kinder in Paarfamilien, denn Erziehende sparen an sich selbst und stellen die Bedürfnisse der Kinder in den Vordergrund. Theoretisch wäre es ganz einfach: sobald für das Kind ein Kinderbetreuungsplatz gefunden wurde,  Rückkehr in die alte Stelle. Praktisch funktioniert das aber nicht. Oft passt die alte Stelle nicht in die neue Situation, und manche Betriebe bieten keine Lösungen an, die auch mit Kind funktionieren. Manche der Alleinerziehenden wurden vor oder während einer

Ausbildung schwanger oder sind nach einer Trennung umgezogen. Wer sich dann mit einem Minijob begnügt baut damit keine Brücke um später wieder qualifiziert einzusteigen, sondern wird nach Untersuchungen des IAB (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung) lange im Minijob verharren und steuert auf eine „Minirente“ zu.

Erziehende übernehmen Verantwortung, entwickeln Organisationstalent und bewältigen viele Belastungen. Trotzdem verzichten manche Unternehmen auf die Potentiale von Müttern und Vätern mit Betreuungspflichten. Andere wiederum haben trotz anfänglicher Befürchtungen im Hinblick auf Ausfallzeiten wegen Erkrankung der Kinder gute Erfahrungen gemacht. Auf der Seite der Alleinerziehenden liegen Stolpersteine im Weg, wie geringe Qualifizierung und geringes Selbstvertrauen von Frauen bei der Stellensuche und in Vorstellungsgesprächen.

Spannende Fragen des Fachtags sind:

Wie können wir Alleinerziehende gut unterstützen? Wie erreicht man Alleinerziehende zu den Themen Beruf, Ausbildung und Zukunft? Was können die Beratungsstellen tun um ihre Kräfte zu bündeln, Förderketten zu bilden und Synergieeffekte zu generieren. Braucht es neue Denkansätze und Handlungsmuster auf verschiedenen Ebenen um beim Wiedereinstieg ins Berufsleben bestmöglich zu unterstützen?

Nicht zuletzt ist auch die Suche nach einer passenden Arbeit ein Neubeginn mit vielen Fragen. Was kann ich? Was tue ich gern? Was möchte ich erreichen? Wer hilft mir? Und Vieles mehr.

Diese fünf Themen werden daher im Fokus des Fachtags stehen:

1.) Arbeit und Qualifizierung:

Eine Berufsausbildung ist die wesentliche Grundlage für eine wirtschaftlich unabhängige Zukunft. Und auch dies sind Aspekte die sich lohnen: Arbeit stärkt das Selbstwertgefühl, Eltern werden zu positiven Vorbildern für ihre Kinder. Es geht auch um Erfolgserlebnisse im Berufsleben und um Unabhängigkeit von staatlichen Transferleistungen. Welche Wege führen zu Wegen in qualifizierte, existenzsichernde Arbeit?

2.) Neue Handlungsstrategien für Erziehende:

Die Kompetenzen Erziehender sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Wie können Betroffene Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen?

3.) Gute Vernetzung:

Alleinerziehende brauchen gute Rahmenbedingungen und beim beruflichen Wiedereinstige müssen die Aufgaben neu verteilt werden. Vor allem die „Agentur Familie und Beruf“ hilft bei der Lösungssuche und gibt Hinweise wie ein funktionierendes Netzwerk geplant werden kann. Wer kann helfen und wie kann der Netzwerkaufbau gezielt unterstützt werden?

4.) Gesundheit und Gesunderhaltung:

Perfektionismus, schlechtes Gewissen und das Gefühl immer funktionieren zu müssen können der Gesundheit zusetzen. Welche Strategien zur Regeneration und Energiegewinnung helfen weiter und wie können vorhandene Angebote bewusst und sichtbar gemacht werden.

5.) Werkzeugkoffer für Profis – das Ergebnis:

Hier werden die Ergebnisse des Fachtags zusammengefasst. Was gibt es schon und was würde auch noch weiterhelfen? Die Ergebnisse werden vom AKAE im Nachgang analysiert, umgesetzt und nachgehalten sowie an Verantwortliche weitergetragen.