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Unterkunft & Heizung

Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden in tatsächlicher Höhe übernommen, wenn diese angemessen sind. Für den Landkreis Nienburg richten sich die Angemessenheitsgrenzen nach der Anzahl der Personen, die in einem Haushalt leben und der Höhe der Unterkunftskosten.

Die Kosten der Unterkunft werden beispielsweise für eine Mietwohnung, ein selbstbewohntes Eigenheim oder eine selbstbewohnte Eigentumswohnung übernommen. Sie umfassen die Kaltmiete bzw. bei Eigentum die Schuldzinsen und auch die Nebenkosten. Tilgungsraten können durch das Jobcenter im Landkreis Nienburg grundsätzlich nicht übernommen werden.

Zu den Nebenkosten gehören beispielsweise

  • Wasser/Abwasser
  • Müllabfuhr, Straßenreinigung
  • Schornsteinreinigung
  • Grundsteuer
  • Gebäudeversicherung

Nicht zu den Nebenkosten gehören die Kosten für den Telefonanschluss, in der Regel auch nicht die Kosten für eine Garage oder einen Stellplatz. Die Haushaltsenergie (Strom für Elektrogeräte, Licht, etc.) gehört ebenfalls nicht zum Bedarf der Unterkunft, sondern ist aus dem Regelbedarf zu bestreiten.

Ab Mai 2019 gelten im Landkreis Nienburg/Weser neue Richtwerte für angemessene Brutto-Monatskaltmieten (Kaltmiete und kalte Nebenkostenkosten ohne Heizkosten):

Die Mietrichtwerttabelle vom Landkreis Nienburg finden Sie in der rechten Spalte.

Sollten Ihre Unterkunftskosten diese Höchstbeträge überschreiten, prüft das Jobcenter, ob es Ihnen zumutbar ist, diese Kosten innerhalb einer (unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Situation) vorgegebenen Frist zu senken. Sollte die Senkung der Unterkunftsaufwendungen für Sie nicht zumutbar sein, teilen Sie bitte Ihre Gründe umgehend dem Jobcenter mit. Wichtige Gründe, bei deren Vorliegen eine Senkung der Unterkunftsaufwendungen durch das Jobcenter nicht erfolgt, können beispielsweise sein:

  • kurzzeitiger Leistungsbezug, z.B. wegen Arbeitsaufnahme
  • Veränderung der familiären Situation, z.B. Geburt
  • Schul-/Kita-Besuch eines Kindes, wenn für das Kind aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund der Besonderheit der Einrichtung (z.B. Schule für hochbegabte oder lernbeeinträchtigte Kinder) ein durch den Umzug bedingter Wechsel nicht zuzumuten ist.

Die Senkung der Unterkunftsaufwendungen kann geschehen durch Umzug, Untervermietung, ggf. auch durch Mietverzicht seitens des Vermieters oder durch andere geeignete Maßnahmen. Gelingt es Ihnen nicht, trotz umfassender Wohnungs- und Untermietersuche innerhalb der gesetzten Frist die Unterkunftskosten zu senken, kann die Frist verlängert werden, wenn Sie Ihre Bemühungen gegenüber dem Jobcenter nachweisen. Zeitungsanzeigen bei Untermietgesuchen oder nachvollziehbare Aufzeichnungen zur Wohnungssuche reichen dafür in aller Regel aus.

Sehen Sie keine Möglichkeit, die Kosten zu senken und möchten Sie in der Wohnung bleiben, übernimmt das Jobcenter im Landkreis Nienburg lediglich die o. a. Höchstbeträge. Die Differenz zwischen dem Höchstbetrag und den tatsächlichen Unterkunftskosten müssen Sie dann selbst tragen.

Heizkosten:

Heizkosten übernimmt das Jobcenter im Landkreis Nienburg in Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten, sofern der Heizkostenverbrauch nicht als zu hoch angesehen wird.

Die Heizkostenhöchstgrenze ergibt sich aus dem Produkt aus der rechten Spalte des "Heizspegels für Deutschland" (ehemals bundesweiter Heizspiegel) für den jeweiligen Energieträger und der abstrakt angemessenen Wohnfläche nach den Ausführungsbestimmungen der Länder zu § 10 Abs. 1 Wohnraumförderungsgesetz, unterteilt nach der Gesamtwohnfläche des Gebäudes. 

Als angemessen sind i.d.R. folgende Wohnungsgrößen (Obergrenzen) anzusehen:

1 Person = 50 m²

2 Personen = 60 m²

3 Personen = 75 m²

4 Personen = 85 m²

und für jedes weitere Familienmitglied 10 m² mehr.

Der Heizspiegel für Deutschland ist zu finden im Internet unter www.heizspiegel.de.

Für die Berechnung des Heizkostenhöchstbetrages ab dem 01.12.2019 ist der Heizspiegel für Deutschland 2019 zugrunde zu legen, er errechnet sich aus Vergleichswerten zu Heizenergieverbrauch, Heizkosten und CO²-Emissionen für das Abrechnungsjahr 2018.

Unter der Tabelle „ Prüfen - Heizspiegel für Deutschland 2019“ sind die Kosten in € je m² / Jahr aufgelistet, jeweils getrennt nach den Heizarten: Erdgas, Heizöl, Fernwärme und auch Wärmepumpe.

Sind die Heizkosten zunächst zu hoch, erfolgt nach Ablauf einer Übergangsfrist eine Reduzierung der Heizkosten auf die seit Dezember 2019 geltenden Grenzwerte:

Gesamt-

gebäudefläche

bis 250 m²251 m² - 500 m²501 m² - 1000 m²über 1000 m²
Heizöl1,52 €1,45 €1,40 €1,36 €
Gas1,37 €1,26 €1,17 €1,11 €
Wärmepumpe1,76 €1,68 €1,62 €1,58 €
Fernwärme1,78 €1,76 €1,59 €1,53 €
Strom, Holz, Solar o.ä.1,78 €1,76 €1,62 €1,58 €

Die zuvor genannten Höchstbeiträge beinhalten sowohl die Anteile für die Raumwärme als auch für eine ggf. zentrale Warmwasserzubereitung, es handelt sich also um den Betrag für maximal angemessene Heizkosten inkl. Warmwasser.

Neben- und Heizkostenabrechnungen:

Sie erhalten grundsätzlich einmal jährlich eine Heiz- und Nebenkostenabrechnung von Ihrem Vermieter. Nach Erhalt dieser Heiz- und Nebenkostenabrechnung sind Sie verpflichtet, diese unverzüglich beim Jobcenter einzureichen. Bei Nachzahlungen prüft das Jobcenter, ob die erhöhten Kosten übernommen werden können.

Bitte beachten Sie: Guthaben aus Nebenkostenabrechnungen mindern die Kosten der Unterkunft ab dem Folgemonat der Gutschrift oder Überweisung (Zeitpunkt des Zuflusses der Rückzahlung oder Zeitpunkt der Gutschrift) und werden mit Ihren laufenden Leistungen verrechnet. Sollten sich zudem auch die monatlichen Abschläge ändern, müssen Ihre Kosten der Unterkunft neu berechnet werden.

Folgendes ist bei Umzügen zu beachten:

Bitte holen Sie vor einem beabsichtigten Umzug unbedingt die Zusicherung des für die neue Unterkunft örtlich zuständigen Jobcenters für die Übernahme der Unterkunftskosten ein! Eine Zusicherung wird unter zwei Voraussetzungen vom Jobcenter im Landkreis Nienburg erteilt:

  1. Der Umzug muss notwendig sein, d. h., dass Sie einen wichtigen Grund für den Umzug haben und
  2. die neuen Kosten der Unterkunft müssen angemessen sein, d. h. unterhalb der vor Ort geltenden Richtwerte liegen.

Für die Prüfung der Angemessenheit benötigt das Jobcenter im Landkreis Nienburg folgende Informationen über die neue Wohnung:

  • Größe der Wohnung
  • Anzahl der Zimmer
  • Höhe der Kaltmiete
  • Höhe der Vorauszahlungen für die Nebenkosten
  • Höhe der Heizkosten
  • Heizkostenart
  • Höhe einer möglichen Mietkaution

Sollten Sie in einen Ort außerhalb des Landkreises Nienburg umziehen, bescheinigt Ihnen das neu zuständige Jobcenter die Angemessenheit der Unterkunftskosten; das Jobcenter im Landkreis Nienburg entscheidet lediglich über den Umzugsgrund und erteilt bei Angemessenheit der Unterkunftskosten die Zusicherung zum Umzug.

Haben Sie vor Ihrem Umzug außerhalb des Landkreises Nienburg gewohnt, ist das Jobcenter am neuen Wohnort im Landkreis für Sie zuständig.

Zuzug aus einer anderen Stadt

Wenn Sie aus einer anderen Kommune in den Landkreis Nienburg umziehen möchten und an Ihrem bisherigen Wohnort bereits Arbeitslosengeld II beziehen, benötigen Sie eine sogenannte Zusicherung zur Berücksichtigung der Kosten für Ihre neue Wohnung. Diese wird Ihnen vom Jobcenter im Landkreis Nienburg erteilt, wenn die Aufwendungen für die neue Unterkunft hier im Landkreis angemessen sind. Jedoch muss der Umzug auch erforderlich sein, damit die tatsächlichen Kosten für die neue Wohnung übernommen werden können. Erhöhen sich nach einem nicht erforderlichen Umzug die Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, wird nur der bisherige Bedarf für die alte Wohnung anerkannt.

Wenn Sie umziehen, ohne die Zusicherung eingeholt zu haben oder das Jobcenter die Zusicherung ablehnt, kann es passieren, dass die Aufwendungen für die Unterkunft im Bereich des Jobcenters des Landkreises Nienburg nicht in voller Höhe übernommen werden. Das umfasst ggf. auch eine häufig benötigte Mietkaution.