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Chance genutzt, Job gefunden

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 02/2020 in der Unternehmenszeitung Mansfeld-Echo erschienen

Ausgabejahr 2020
Datum 30.06.2020

Teilhabechancengesetz – ein sperriger Begriff für eine neue Perspektive am Arbeitsmarkt. Es ermöglicht Unternehmen, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen – mit einer Förderung über zwei beziehungsweise fünf Jahre. Mit Lohnkostenzuschüssen und einem auf den Arbeitnehmer angepassten Coaching soll ein langfristiges Arbeitsverhältnis geschaffen werden, von denen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren.

Einen vollen Erfolg konnte die Firma Grimmer Glas- und Gebäudereinigung GmbH in Eisleben mit dem Teilhabechancengesetz erzielen. Nachdem sie sich bereits in einem Praktikum kennenlernen konnten, stellte Maxi Grimmer-Trnka die alleinerziehende Annette Catovic ein. Die Mutter von drei Kindern ist seit Oktober 2019 im Betrieb und für eine Dauer von fünf Jahren bei der Firma Grimmer beschäftigt.

Wie haben Sie von den Fördermöglichkeiten erfahren?

Frau Grimmer-Trnka: Darauf hat uns das Jobcenter hingewiesen. Da mussten wir auch nicht groß bohren und schubsen. Man hat uns von Anfang an die Förderung angeboten und nach unserer Erfahrung im Praktikum wollten wir Frau Catovic auch gerne haben. Sie hat einen positiven Einfluss auf die anderen Mitarbeiter. Sie lässt sich nicht herunterziehen, vielmehr pusht sie die anderen.

Wie lief es in der ersten Zeit der Arbeitsaufnahme?

Frau Catovic: Ich kannte das Arbeitsleben nicht. Ehe ich mich reingefuchst habe, hat es ein bisschen gedauert. Dennoch hat sich alles relativ schnell eingependelt. Es ist schon ein anderer Rhythmus – das musste ich erst lernen. Das Umfeld zu Hause darauf einzustellen, war tatsächlich schwieriger als die Arbeit selbst. Ich nehme die Arbeit jetzt auch anders wahr – wertschätzender. Ich bin zufriedener, strukturierter, muss mir weniger Sorgen machen. Arbeitszeit und Kinderbetreuung kriege ich gut unter einen Hut. Nun bin ich ein Vorbild für meine Kinder und ich sage ihnen auch, dass es wichtig ist, arbeiten zu gehen.

Ist Frau Catovic bei Ihnen eine vollwertige Arbeitskraft oder müssen Sie entsprechend Rücksicht nehmen?

Frau Grimmer-Trnka: Frau Catovic muss genauso arbeiten wie jeder andere Mitarbeiter in unserem Unternehmen. Anders würde das auch niemand tolerieren. Mit Frau Catovic ist es einfach angenehm. Man kann sie auch mal kritisieren, aber sie nimmt es nicht krumm. Sie kommt sowohl mit den anderen Mitarbeitern, als auch mit den Kunden gut zurecht. Von denen wurde sie angenehm aufgenommen – so klappt es nicht bei jedem.

Während des ersten Jahres werden Sie individuell gecoacht, um die nachhaltige Einmündung in das Unternehmen zu garantieren. Hilft Ihnen das?

Frau Catovic: Das Coaching hat mir vor allem dabei geholfen, in der ersten Zeit meine notwendigen Unterlagen und Bescheinigungen vollständig zu haben. Mit Frau Grimmer hatte ich vereinbart, dass ich meine Fahrerlaubnis mache, wenn sie mich einstellt. Mobil zu sein ist wichtig für die Arbeit hier. Mein Führerschein wird jetzt vom Jobcenter finanziert.

War es für Sie eher eine Chance oder eine Hürde, eine Förderung über fünf Jahre einzugehen?

Frau Grimmer-Trnka: Dass die Förderung über fünf Jahre läuft, war für uns von Anfang an eher Chance als Hürde. Falls es doch nicht funktioniert, können beide Seiten immer aussteigen. Aber wer es die ersten beiden Jahre schafft, bleibt erfahrungsgemäß für längere Zeit im Unternehmen. Für uns ist das eine Chance, eine langfristige Arbeitskraft zu binden. Ich würde jedem empfehlen, ein Förderprogramm über das Jobcenter auszuprobieren. Man sollte keine Vorurteile gegenüber diesen Arbeitskräften haben und als Arbeitgeber da offen herangehen.