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Wenn alle zusammenarbeiten, kann Integration gelingen (Lesezeit ca. 3 Min.)



Ausgabejahr 2019
Datum 02.12.2019

Mit 31 Jahren ist Sabrina Henning nach einer erfolgreichen medizinischen und beruflichen Rehabilitation seit dem 2. September wieder in Arbeit und ist zufrieden. Es war allerdings eine etwas längere Odyssee, bis sie am Ziel war.

Nach dem Schulabschluss 2005 absolvierte Frau Henning erfolgreich eine Ausbildung zur Kosmetikerin und arbeitete in ihrem Wunschberuf. Bald stellte sich jedoch eine Hauterkrankung ein - fatal für einen Beruf, in dem man ständig mit Chemikalien und Kunden zu tun hat. Sie konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als Kosmetikerin tätig sein. Frau Henning wurde 2008 arbeitslos und war immer wieder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt.

Um Ihren Lebensunterhalt wieder durch eigene Arbeit zu bestreiten, wechselte sie die berufliche Tätigkeit und war mehrere Jahre als Kassiererin, im Verkauf und als Callcenter-Agentin tätig.

Die Krankheit brach aber wieder auf, und es wechselten sich erneut Zeiten der Arbeitslosigkeit mit Arbeitsunfähigkeitszeiten ab. Zu den Krankheitszeiten kamen stationäre Aufenthalte. 2013 schloss sich eine medizinische Rehabilitation an. Um nach der medizinischen Reha die Belastbarkeit von Frau Henning zu prüfen und eine genaue Analyse in Vorbereitung einer Integration in den Arbeitsmarkt zu erstellen, nahm sie, gefördert durch das Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte-Süd, an einem Einzelcoaching beim Träger Right-Steps teil. Die Maßnahme hieß „Job Start & Kompass“. Im Ergebnis wurde klar, dass nicht allein Bewerbungen oder Vermittlungsvorschläge für eine Integration ausreichend sein würden, sondern dass eine berufliche Neuorientierung zwingend nötig war.

Es erfolgte daher eine Zuweisung in die Maßnahme „Karrierestart“ beim Bildungsinstitut für Marktwirtschaft und Datenverarbeitung. Ziel der Teilnahme an diesem Kurs, der ebenfalls vom Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte-Süd finanziert wurde, war die Unterstützung bei der Suche einer geeigneten Umschulung, einer 2. Ausbildung oder eines leidensgerechten Arbeitsplatzes.

Frau Henning suchte selbst ebenfalls nach einem Ausbildungsplatz und hatte während der Teilnahme an „Karrierestart“ die Möglichkeit zu einem Praktikum im Landesbesoldungsamt. Während dieses Praktikums hat sie für sich den Bürobereich entdeckt und auch ihr Praktikumsbetrieb zeigte sich mit ihren Leistungen zufrieden. Ein vom Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte-Süd in Auftrag gegebenes ärztliches Gutachten bestätigte zudem, dass die Tätigkeiten als Kosmetikerin, im Verkauf oder als Callcenteragentin nicht leidensgerecht seien.

Sie bewarb sich also für eine Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement bei diversen Arbeitgebern, hatte jedoch vorerst keinen Erfolg.

So beantragte sie bei ihrer Integrationsfachkraft im Jobcenter einen Bildungsgutschein für eine entsprechende Umschulung in diesen Beruf, und sie absolvierte eine notwendige psychologische Untersuchung, um die Eignung abzuklären.

Im Ergebnis dieser Untersuchung stellte sie bei der Agentur für Arbeit Neubrandenburg einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Inzwischen schreiben wir den April 2017. Zusammen mit der Rehaberaterin der Agentur für Arbeit erarbeitete Frau Henning einen sogenannten Rehagesamtplan. Der beinhaltete einen Rehavorbereitungslehrgang, um die Voraussetzungen für die anschließende Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement zu erfüllen, und anschließend eine rehaspezifische Ausbildung mit ständiger begleitender Unterstützung des Bildungsträgers.

Im Juli 2017 waren sich die Agentur für Arbeit und das Jobcenter zum Verfahren einig, so dass Frau Henning im Oktober des gleichen Jahres die Umschulung zur Kauffrau für Büromanagement beginnen konnte.

Sabrina Henning Foto: Jobcenter

2 Jahre später: Am 08.07.2019 beendete Frau Henning erfolgreich die Umschulung. Bereits im August hatte sie ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch bei der Bundespolizei am Standort Neustrelitz. Seit dem 02. September 2019 ist sie nun dort in ihrem neuen Beruf tätig und kann ihren Lebensunterhalt wieder selbst absichern.

Die Geschichte von Sabrina Henning zeigt deutlich, dass es manchmal auf die Zusammenarbeit mehrerer Einrichtungen und Behörden ankommt, damit Integration gelingen kann.

Das Jobcenter ist ein wichtiger Partner in der Region, der Fördermöglichkeiten insbesondere auch für Rehabilitanden, Behinderte und Arbeitgeber bereithält. Nehmen Sie Kontakt auf und sprechen Sie Ihre Integrationsfachkraft oder auch den gemeinsamen Arbeitgeberservice an!

In der Woche vom 2. – 5. Dezember 2019 findet bundesweit die Woche der Menschen mit Behinderung statt. Aus diesem Anlass finden an allen Standorten des Jobcenters Mecklenburgische Seenplatte-Süd am 5. Dezember 2013 in der Zeit von 9 – 10 Uhr Informationsveranstaltungen zur ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) durch die regionalen Beratungsstellen statt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu bilateralen Gesprächen mit den Beratern vor Ort.