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Nach langer Suche in Arbeit und zufrieden dabei (Lesezeit ca. 2:30 Min.)



Ausgabejahr 2021
Datum 21.07.2021

25 Jahre, keinen Berufsabschluss, alleinerziehend mit einer 7-jährigen Tochter – das sind nicht die besten Voraussetzungen, um einen Arbeitsplatz zu finden.

Julia (Name geändert), wohnhaft in Neustrelitz, hat nach der Schule eine Ausbildung als Restaurantfachfrau begonnen. Wegen Unstimmigkeiten mit dem Ausbildungsbetrieb hat sie die Lehre aber nach einigen Monaten abgebrochen. Es folgte mit 18 Jahren für sie der Gang in die Arbeitslosigkeit.

Während dieser Zeit wurde Julia schwanger, brachte eine gesunde Tochter zur Welt und blieb 1 Jahr zur Betreuung der Kleinen zu Hause.

Arbeitslos blieb Julia auch nach der Elternzeit und zwar ziemlich lange.

Es schlossen sich eine Mutter-Kind-Kur, mehrere Praktika und zahlreiche kürzere Beschäftigungen als Servicekraft in der Gastronomie an.

Aber alleinerziehend mit einem Kleinkind gab es in diesem Bereich immer wieder Komplikationen. Julia musste natürlich auch an den Wochenenden und abends arbeiten und versuchte die Betreuung der Tochter durch ihre Eltern und Freunde abzusichern. Das ging eine Weile gut, dann stellten sich Frust, Ärger und Verzweiflung ein. Der Arbeitgeber setzte sie zusätzlich unter Druck, in dem er ihr mit Kündigung drohte, wenn sie die Dienstpläne nicht einhalten würde. Julia musste an 7 Tagen in der Woche größtenteils im Spätdienst bis 23 Uhr arbeiten. Das konnte sie auf Dauer nicht leisten. Sie verlor die Arbeit und meldete sich wieder im Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte-Süd.

Gemeinsam mit ihrer Integrationsfachkraft suchte sie nach einer geeigneten Lösung, um Kindererziehung und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Das war nicht einfach, aber sie musste Geld verdienen, um die kleine Familie finanziell zu versorgen.

Julia wechselte die Branche und begann in einem Callcenter.

Hier gab es geregelte Arbeitszeiten und ein sicheres Einkommen für die beiden. Dafür nahm Julia die zusätzlichen Fahrzeiten zum Arbeitgeber nach Neubrandenburg in Kauf. Sie hielt jedoch die Belastung psychisch nicht aus, die Arbeit sagte ihr nicht zu, und sie gab diese Beschäftigung nach knapp 3 Monaten wieder auf.

Sie versuchte es anschließend kurzzeitig nochmal in der Gastronomie, aber die alten Probleme – Schichtdienst und Kinderversorgung – tauchten wieder auf. Dabei wollte Julia einfach nur für sich und die Tochter sorgen und finanziell unabhängig sein.

Gemeinsam mit der Integrationsfachkraft des Jobcenters suchte sie weiter. Das Jobcenter finanzierte die Teilnahme am Kurs "Job Start & Kompass" beim Bildungsträger Right Steps in Neustrelitz. Hier trainierte sie Bewerbungssituationen, erstellte neue aktuelle Bewerbungsunterlagen und suchte gemeinsam mit den Dozenten nach geeigneten Praktikumsbetrieben, die ihren Wünschen besser entsprachen, als die Gastronomie- und Callcenterbranche.

Sie fand ihren Praktikumsbetrieb bei der Deutschen Post.

. Foto: Pixabay

Julia überzeugte im Praktikum als Zustellerin mit ihrer positiven Arbeitseinstellung und ihrem Durchhaltevermögen und erhielt ihre Chance. Zunächst mit einem auf 3 Monate befristeten Arbeitsvertrag ist sie zwischenzeitlich seit fast einem Jahr bei der Deutschen Post in Beschäftigung. Das Jobcenter unterstützte ihren Weg in den ersten Monaten zusätzlich mit einem Einstiegsgeld, so dass sie auch finanziell besser über die Runden kam.

Inzwischen sind Julia und ihre Tochter finanziell unabhängig. Sie kann für ihren Lebensunterhalt wieder selber sorgen. Das war ihr großer Wunsch!

…und der Kontakt zu ihrer Integrationsfachkraft reißt auch mit der neuen Beschäftigung nicht ab, denn sie bringt ihr nun die Pakete bis an die Wohnungstür.