GSB 7.1 Standardlösung

Bewerbertag der IHAFA im Jobcenter Hameln-Pyrmont

Investieren in Fachkräfte für morgen

Ausgabejahr 2017
Datum 06.12.2017

Fachkräftemangel ist im Handwerk ein großes Thema. Geflüchtete Menschen integrieren ebenfalls. Mit dem Projekt IHAFA setzt die Handwerkskammer dagegen. Hier werden geflüchtete Menschen und Handwerksbetriebe zusammengeführt. Ziel ist für die einen eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt, für die anderen der Gewinn von Fachkräften.

Das Jobcenter Hameln-Pyrmont organisierte nun erstmalig für die IHAFA einen Bewerbertag. „Menschen mit Ausbildung sind relativ selten ohne Beschäftigung“, so Fred Luszick, Projektleiter IHAFA bei der Begrüßung. Insgesamt 11 Personen schauen ihn erwartungsvoll an. „Wir helfen Ihnen, den richtigen Beruf zu finden, beraten und unterstützen Sie dabei“, erklärt Luszick. Und weiter: „Der Bewerbertag ist dazu da, Kenntnisse und Fähigkeiten festzustellen. Dazu führen wir drei unterschiedliche Tests mit Ihnen durch – in Deutsch, Mathe und einer handwerklichen Übung.“ Im weiteren Tagesablauf folgen Einzelgespräche mit den Teilnehmenden. Zur Unterstützung habe er drei Kollegen und eine Kollegin aus Hannover mitgebracht.

Marco Rackebrandt vom Jobcenter begleitet die Veranstaltung: „Wir sind zwar Gastgeber und haben die Teilnehmenden eingeladen, das Programm selbst gestaltet jedoch die Handwerkskammer. Das ist bewusst so von uns gewollt.“ Die Teilnehmenden wurden nach bestimmten Kriterien ausgesucht. Mindestens Sprachniveau B1, besser noch B2 und nicht älter als 35 Jahre, das sind die Vorgaben aus dem Projekt. Um erfolgreich eine Ausbildung zu machen, sind gute Sprachkenntnisse erforderlich. Zur Vorbereitung auf eine Ausbildung ist eine Einstiegsqualifizierung möglich. Die kann bereits im späteren Ausbildungsbetrieb erfolgen. Der künftige Azubi lernt dabei bereits seinen späteren Beruf kennen, weiß, was in der Ausbildung auf ihn zukommt. Und er kann sich mit den Arbeitsabläufen schon vertraut machen. „Abbrüche werden so vermieden. Wer zuvor mehrere Monate in dem Betrieb mitgewirkt hat, weiß, ob es das richtige ist. Gleichwohl gilt dies auch für den Ausbilder“, meint Rackebrand.

Derweil sind die Teilnehmenden – eine Frau ist dabei – konzentriert bei der Sache. Während die einen den Mathetest schreiben sind andere handwerklich mit Kabel und Zange beschäftigt. Sie müssen eine bestimmte Form damit biegen. So kann festgestellt werden, ob überhaupt handwerkliches Geschick da ist. Anhand eines kurzen Steckbriefes und der Testergebnisse werden später Einzelgespräche geführt. Hier kann individuell auf die Belange und Wünsche eingegangen werden. „Danach werten wir aus, in welchem Bereich wir einen Ausbildungsbetrieb suchen oder ob eine ganz andere Richtung eingeschlagen werden muss. Nicht jeder kommt für eine Ausbildung in Frage, manchmal sprechen auch Kriterien dagegen“, erklärt Luszick.

Das IHAFA-Team ist sich einig: „Wir hatten tolle, konstruktive Gespräche. Das hat heute Spaß gemacht. Beeindruckend waren die guten Deutschkenntnisse von allen. Ein großes Dankeschön geht auch an die Organisation durch das Jobcenter. Solche optimalen Rahmenbedingungen sind nicht selbstverständlich.“ In lockerer Folge werden künftig regelmäßig Bewerbertage im Jobcenter mit der IHAFA stattfinden.

Hintergrund:

Das Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA) will niedersachsenweit Flüchtlinge in eine Ausbildung bringen. Das Projekt wird vom Land Niedersachen, den sechs niedersächsischen Handwerkskammern, der Bundesagentur für Arbeit und den Landkreisen finanziert. Die Handwerkskammer Hannover unterstützt die Beteiligten auf diesem Weg.