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Theaterspielen begleitet Berufsorientierung und Jobsuche

Nr. 14 – 20. September 2016

Ausgabejahr 2016
Datum 20.09.2016

Aufführung am 28. Oktober in Halle 19 der CD-Kaserne

Sabine Starkey, 54, und Christian Ruthe, 28, haben zwei Gemeinsamkeiten: Sie sind auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung und müssen Familie mit Kindern und Job unter einen Hut bringen. Beiden wurde vom Jobcenter im Landkreis Celle das Angebot gemacht, sich bei der Arbeitssuche von Lebens:Art, ein Projekt des Bildungsträgers defakto, unterstützen zu lassen. Drei Bausteine werden hier kombiniert, Berufsorientierung, Jobcoaching – und Theaterspielen. Als zusätzlichen Kooperationspartner konnte der die defakto Gmbh das Schlosstheater Celle gewinnen, das dem Projekt kostenfrei seine Halle 19 der CD Kaserne für die Premiere am 28. Oktober zur Verfügung stellt. „Mein erster Gedanke war `ich und Theater, das passt ja gar nicht`. Als meine Arbeitsvermittlerin mir das Konzept erläuterte, wollte ich es dann doch gerne einmal ausprobieren. Wir entwickeln gerade zusammen mit der Theaterpädagogin Bea Tinzmann ein eigenes Stück, schreiben die Texte selber, vergeben die Rollen – es steckt viel Arbeit darin, aber es hat mir auch schon viel geholfen. Sprache, Ausdruck und Selbstsicherheit sind auf einer Bühne notwendig, dies wird `spielend` erlernt. Und auch Kritik muss man gelegentlich einstecken können“ schildert Sabine Starkey. Gemeinsam mit den anderen Projektteilnehmerinnen freut sie sich auf die Premiere Ende Oktober und hofft auf reges Interesses des Celler Publikums.Christian Ruthe hat sich ebenfalls auf das Projekt eingelassen: „Auch ich hatte bisher keine Berührung mit dem Theater. Ich habe dann zugesagt, mir das Projekt einmal anzuschauen, etwas Neues auszuprobieren.“ Er ist seit Mai dabei, in der ersten Phase stand die Berufsorientierung mit Hilfe des Jobcoachs im Vordergrund, erste Praktika und Bewerbungstrainings fanden statt. Ruhte möchte im Verkauf arbeiten, und konnte als Einstieg bereits einen Minijob aufnehmen. „Beim Theaterspielen muss ich frei sprechen, auch einmal aus mir herauskommen – das kann ich im Beruf gut gebrauchen. Auch wenn ich nun wieder einen Einstieg in das Berufsleben gefunden habe, an der Theateraufführung will ich unbedingt teilnehmen. Das bin ich auch dem tollen gesamten Team schuldig!“ ergänzt Ruthe. Die Phase der Berufsorientierung war auch für Sabine Starkey sehr wichtig. Sie war vor der Zeit der Kinderbetreuung als Steuerfachgehilfin und Bilanzbuchhalterin tätig, ist aber offen für viele Tätigkeiten. Nach Praktika im Kirchenkreisamt und als Stadtführerin wird nach der Theateraufführung ein weiteres, längeres Praktikum als Alltagsbegleiterin folgen. So kristallisiert sich über die Teilnahme an dem Projekt eine berufliche Ausrichtung heraus, soziale oder kulturelle Tätigkeiten stehen im Fokus. Lebens:Art unterstützt die in der Regel Alleinerziehenden Arbeitsuchenden über 9 Monate Projektlaufzeit sowie über weitere 6 Monate mit einem berufsbegleitenden Coaching. Das Sichten und Auswerten von Stellenangeboten, das Schreiben von Bewerbungen oder die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche werden durchgehend angeboten. Die besondere Lebenssituation von Alleinerziehenden, von Fragen der Kinderbetreuung über Zeitmanagement bis zu Erziehungs- und Ernährungsberatung sind ebenfalls Teil des Projektes. Dyana Mieske, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, betont, dass hier ein ganzheitliches Angebot vorhanden sei, was über die reine Jobsuche hinaus auch die Lebenssituation der Teilnehmer beleuchte. Ziel sei eine langfristige Integration in Arbeit, diese gelänge nur, wenn auch das familiäre und persönliche Umfeld stimme.