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„Wir müssen schnell anfangen“

Celler Jobcenterchef: Integration von Flüchtlingen in Arbeitsmarkt wird Jahre dauern

Ausgabejahr 2016
Datum 26.02.2016

Die Arbeit zur Integration der Flüchtlinge im Landkreis Celle hat begonnen. Doch es wird zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt ein steiniger Weg. Das macht der Chef des Celler Jobcenters deutlich. Gleichzeitig bereiten sich die Kommunen auf die Ankunft weiterer Flüchtlinge vor.

Ein großer Teil der Menschen, die als Flüchtlinge in den Landkreis Celle kommen, haben keine qualifizierte Ausbildung. Das machte Gerhard Durchstecher, Leiter des Celler Jobcenters im Nachgang einer Präsentation im Kreissozialausschuss deutlich. „Es kommen in der Mehrzahl nicht Akademiker oder Hochqualifizierte“, sagte Durchstecher. Zudem seien die Qualifikationen, wenn die Menschen in ihren Heimatländern gearbeitet haben, nicht mit denen in Deutschland vergleichbar. Die Arbeitssuchenden müssten nachqualifiziert werden. Das werde Zeit in Anspruch nehmen.

Der Chef des Jobcenters hält die Einschätzung von Detlef Scheele aus dem Vorstand der Bundesagentur für Arbeit für realistisch. Scheele hatte gesagt, dass in fünf Jahren eine Beschäftigungsquote von 50 Prozent erreicht werden könnte. „Gerade weil es Zeit in Anspruch nehmen wird, ist es wichtig, schnell anzufangen“, sagte Durchstecher. Derzeit werden vom Jobcenter nach seinen Worten 447 Menschen betreut, deren Asylantrag positiv beschieden wurde. Bei der Arbeitsagentur sind weitere 235 Menschen, die noch im Asylverfahren sind, aber schon einmal erfasst werden, um die Kompetenzen zu ermitteln.

Die Flüchtlingszuwächse wirken sich auf die Zahlen des Jobcenters aus, denn anerkannte Flüchtlinge bekommen von dort Leistungen. So ist die Zahl der Personen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen, umgangssprachlich Hartz IV genannt, gegenüber dem Januar des Vorjahres um fast 35 Prozent gestiegen. Insgesamt waren 778 Menschen erfasst.

Das Ziel der Mitarbeiter ist es, „die Menschen möglichst aus dem Segment der Hilfstätigkeiten herauszubekommen, denn dort ist die Gefahr, dass man sehr lange arbeitslos bleibt, größer“, so Durchstecher. Um die Arbeit zu bewältigen, hat das Jobcenter achteinhalb neue Stellen bekommen. Wie es in diesem Jahr weitergeht, kann er derzeit nur schwer abschätzen.

Im Landkreis laufen unterdessen weiter die Bestrebungen, zunächst mal für das Allernotwendigste, nämlich Wohnraum, zu sorgen. Das Programm zur Förderung von Wohnungsbau für Flüchtlinge des Landkreises wird gut angenommen. Wie der Leiter des Sozialamtes Ralf Schumann in der Sitzung des Sozialausschusses berichtete, sind bereits Anträge im Bereich von 2,9 Millionen Euro bewilligt worden.

„Wir werden mit diesen jetzt bereits bewilligten Anträgen 678 Plätze für Asylbewerber errichten und der Bedarf ist weiter groß“, sagte Schumann. Denn wie der Erste Kreisrat Michael Cordioli ergänzte, wird es in einigen Kommunen so eng werden, dass „wir das Prinzip der dezentralen Unterbringung aufgeben müssen.

“ Klaus Didschies (CDU) sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, bei der Wohnraumförderung Obergrenzen an einzelnen Stellen festzulegen, um nicht zu starke Konzentrationsflächen zu schaffen. „Das könnte zu Gettos führen, die wir nicht wollen“, sagte Didschies.

Tore Harmening